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Frontal 21

Themen: Tödlicher Softwarefehler bei Boeing – Piloten im Blindflug / Blutdoping im Sport – Der deutsche Arzt und sein Netzwerk / Geheime Medikamententests – Ahnungslose Patienten / Der Cum-Ex-Skandal und die Schweiz – Deutsche Aufklärer vor Gericht

Category
Politik Inland
Production information
Gesellschaft
Produced in (country)
D
Produced in (year)
2019
Description
Tödlicher Softwarefehler bei Boeing Piloten im Blindflug Innerhalb weniger Monate stürzen zwei Verkehrsflugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8 ab. Insgesamt 346 Menschen sterben. Der Vorwurf an den Hersteller: Die Piloten waren in einer kritischen Situation überfordert, weil sie nicht ausreichend mit Neuerungen in der Software vertraut waren. Der Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt vermutet als eine der möglichen Ursachen Zeitdruck beim Zulassungsverfahren, um das modernisierte Modell schnell auf den Markt bringen zu können. Da habe jemand bei der Flugaufsichtsbehörde FAA nicht aufgepasst und bei Boeing nicht richtig hingeschaut, um wirklich zu erkennen, wie gravierend sich diese Softwareänderung auswirkte. 'Frontal 21' über einen Softwarefehler bei Boeing und die tödlichen Folgen. Blutdoping im Sport Der deutsche Arzt und sein Netzwerk Die Doping-Affäre um den Erfurter Sportmediziner Mark Schmidt nimmt immer grössere Ausmasse an. Bislang sind aus seinem Netzwerk fünf Deutsche verhaftet worden, die das Eigenblutdoping für Sportler möglich gemacht haben sollen. Der Hauptbeschuldigte Schmidt habe nach Angaben der Staatsanwaltschaft München jährlich ungefähr 100 000 Euro für seine Doping-Dienste kassiert. Bis jetzt sind 21 Sportler aus acht Nationen ermittelt worden, die Eigenblutdoping betrieben haben sollen. Der Erfurter Arzt taucht allerdings nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit Doping auf. 'Frontal 21' berichtet über Hinweise, dass Staatsanwaltschaften schon 2013 wegen eines Doping-Verdachtes gegen Schmidt ermittelt haben. Pikant dabei: Das Erfurter Doping-Netzwerk soll bereits seit 2011 existiert haben. Geheime Medikamententests Ahnungslose Patienten Jahrelang wurden in einer rumänischen Klinik Medikamententests an Psychiatriepatienten ohne deren Einwilligung durchgeführt. Auftraggeber waren Arzneimittelhersteller und europäische Forschungsinstitute, darunter auch ein Institut aus Deutschland. Der seit zwei Jahren andauernde Gerichtsprozess gegen die Klinikchefin in Rumänien verläuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 'Frontal 21' und 'ZDFzoom' liegen Dokumente vor, nach denen es bei einigen Pharmastudien in Rumänien auch zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen bei den Patienten gekommen sein soll. Hier hätten europaweit Kontrollen versagt, kritisiert Professor Gerd Antes aus Freiburg, Experte für klinische Studien, und zwar 'in einem Masse, wie es in dem Extremfall hier tatsächlich über alle Grenzen geht'. Von dem Verfahren sind Studien namhafter Pharmahersteller betroffen, wie Otsuka, Ferrer, Pierre Fabre, Minerva. Keines der angefragten Unternehmen fühlt sich verantwortlich gegenüber den mutmasslichen Opfern der Studien, von denen einige gegenüber dem ZDF erklärten, bisher nicht über die Vorgänge in der Klinik informiert worden zu sein. Der Cum-Ex-Skandal und die Schweiz Deutsche Aufklärer vor Gericht Vor dem Bezirksgericht Zürich beginnt am Dienstag, 26. März 2019, der Prozess gegen drei Deutsche wegen Wirtschaftsspionage und Verstosses gegen das Bankgeheimnis im Zusammenhang mit dem sogenannten Cum-Ex-Skandal. Angeklagt sind der Stuttgarter Rechtsanwalt Eckart Seith und zwei ehemalige Mitarbeiter der Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin, weil sie interne Bankunterlagen an deutsche Gerichte und Ermittlungsbehörden weitergegeben haben. Das sei Spionage und Geheimnisverrat, sagt die Schweizer Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten, denen bei einer Verurteilung bis zu dreieinhalb Jahren Haft drohen, weisen die Vorwürfe zurück: Die Unterlagen hätten massgeblich dazu beigetragen, einen der grössten Steuerskandale der Bundesrepublik Deutschland aufzudecken. Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, übt im Vorfeld des Prozesses scharfe Kritik an der Schweizer Justiz: 'Ich halte es für eine Belastung des deutsch-schweizerischen Verhältnisses, dass hier drei deutsche Staatsbürger angeklagt sind.' Wenn das Urteil gesprochen sei, müsse es mit der Schweiz 'auf jeden Fall weitere Gespräche geben, weil sich so etwas auf keinen Fall wiederholen darf'. Es sei schon ein starkes Stück, dass gerade die Aufklärer von Rechtsverstössen jetzt vor Gericht ständen, während die Urheber, die Täter bisher keine nennenswerten Strafen bekommen hätten, so Fechner. 'Das ist ein Unding und ich hoffe, dass dieser Prozess sehr schnell eingestellt wird.' Mit den sogenannten Cum-Ex-Geschäften liessen sich Banken und Investoren nur einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach vom deutschen Fiskus erstatten – und das über Jahre. Dem Steuerzahler ist so ein Schaden von geschätzt 30 Milliarden entstanden. 'Frontal 21' über einen Milliarden-Skandal und die Folgen für diejenigen, die halfen, ihn aufzudecken.
Background information
Das Format berichtet über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen. Über die Reaktionen der Beteiligten zu den gesendeten Berichte berichtet das Reporter-Team in der Rubrik 'nachgehakt'. In 'Um Antwort wird gebeten' schreiben die Autoren einen fiktiven, kritisch-kommentierenden Brief an führende Politiker, Manager und andere Entscheider des Landes.