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Wellen, Whisky und weiter Blick

Dahoam im Chiemgau

Kategorie
Gesellschaft/Soziales
Produktionsinfos
Lebensstile/-entwürfe
Produktionsland
D
Produktionsjahr
2017
Beschreibung
Der Chiemgau ist nicht nur eine Landschaft, sondern auch ein Lebensgefühl. Stress und Hektik sind dort Fremdwörter. Die Menschen am Chiemsee und im Voralpenland haben noch Zeit. Junge Fischer auf dem Chiemsee, schicke Modedesigner auf einem Bauernhof, ein Instrumentenbauer und eine Almbäuerin zeigen, wie gut es sich im Chiemgau leben lässt. Und das in einer traumhaften Kulisse zwischen Wasser und Bergen. Die meisten kennen den Chiemgau nur vom Stau auf der Autobahn A8 zwischen München und Salzburg. Sehnsuchtsvoll schweifen die Blicke zu den Gipfeln der Voralpen und zum Chiemsee. Wer es wagt und die Autobahn verlässt, der kann erleben, wie sehr die Menschen im südlichsten Teil Bayerns ihren eigenen Lebensrhythmus gefunden haben. In der Reportage von Nicolai Piechota zeigen die Zwillingsbrüder Thomas und Florian, wie ruhig und entspannt man frühmorgens sein kann, wenn man mit dem Boot auf den Chiemsee hinausfährt. Sie sind Fischer, gerade mal Mitte 20, und finden es gar nicht altmodisch, in die Fussstapfen der Eltern und Grosseltern zu treten. Seit 160 Jahren geht die Familie schon auf Fischfang. Thomas hatte zunächst Ingenieurswesen studiert und sich dann doch gegen Laptop und Zeichenbrett entschieden. Heute ist er froh darüber, auch wenn es mal stürmisch werden kann auf dem See. Wie sehr die 'kleine' Welt zufrieden macht, das erlebt Bierbrauer Oliver jeden Tag aufs Neue. Er hätte in einem grossen Unternehmen Karriere machen können, gründete aber lieber seine eigene Wirtshausbrauerei. Neben dem bayerischen Ur-Getränk, dem Bier, stellt er noch etwas für die Gegend sehr Ungewöhnliches her: Er brennt Whisky. Von seinem Wirtshausbier und der Brennerei kann er ganz gut leben. Das Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit kennt auch Peter, der Blechblasinstrumente fertigt. Weltweit sind seine Flügelhörner und Posaunen gefragt, man hört sie in grossen Konzertsälen, aber auch auf Dorffesten. Jedes Instrument ist ein handgefertigtes Unikat. Die Auftragslage ist gut, er könnte locker drei, vier Angestellte beschäftigen, doch das will er nicht. 'Dann wäre ich ja Chef und müsste Zahlenkolonnen wälzen und Auftragsbücher verwalten.' Er möchte lieber weiter mit seinen Händen arbeiten und das in seiner eigenen Geschwindigkeit. Die Musiker schätzen seine solide Handarbeit und üben sich in Geduld. Manch Blechbläser meint sogar, er höre, dass Baumann wirklich jedes noch so kleine Teilchen selbst gefertigt hat. Klasse statt Masse und Leben ohne Hektik und Zeitdruck, für ihn ist das typisch Chiemgau.